24. Januar 2007

McKinsey bringt Schwung in die Kitas / Unternehmensberater helfen, Vorschulbildung zu verbessern

Mitteldeutschen Zeitung

Wenn die Rechnung im Rathaus aufgeht, werden in Halles Grundschulen bald wesentlich mehr helle Köpfchen eingeschult als bisher. Zusammen mit der renommierten Unternehmensberatung McKinsey arbeitet die Stadt derzeit daran, die Qualität der frühkindlichen Bildung in ihren Tagesstätten zu verbessern. Im Rahmen des Projekts "Kita-Frühling" sind die McKinsey-Berater noch bis Sommer in den Einrichtungen.

Gestern zogen die Frankfurter Wirtschaftsexperten und die Stadt eine erste Zwischenbilanz. Von 45 städtischen Tagesstätten mit insgesamt 4 700 Kindern haben 15 das Projekt absolviert. "Uns geht es weniger darum, den Einrichtungen Inhalte vorzugeben. Vielmehr wollen wir ihnen helfen, ihre Aufgaben bestmöglich zu erfüllen", sagte McKinsey-Berater Claus Heimes. Gemeinsam mit den Mitarbeitern werde eine Schwachstellen-Analyse vorgenommen und dann eine Art Betriebskonzept erarbeitet, damit die Kitas effektiver arbeiten und ein möglichst breites Bildungsangebot für die Kinder vorhalten können. Angestrebt wird auch eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, die Weiterbildung der Mitarbeiter und eine ständige Qualitätskontrolle.

"Die Kita-Mitarbeiter sind richtig hungrig darauf, solche Konzepte in die Hand zu bekommen und danach zu arbeiten", so Heimes. Es hat uns überrascht, wie positiv die Resonanz auf das Projekt ist." Dabei sind die genannten Ziele bereits vor Jahren ins Landes-Programm "Bildung elementar" hineinformuliert worden. Doch haperte es an der praktischen Umsetzung. Jens Kreisel, Chef des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätten: "Bisher haben wir mehr oder weniger ziel- und planlos Geld für die Kitas ausgegeben. Uns fehlte der rote Faden, wie wir Qualitätsverbesserungen erzielen können."

McKinsey engagiert sich seit 2001 für ein besseres Bildungssystem in Deutschland. Das Projekt "Kita-Frühling", für das die Berater kostenfrei arbeiten, ist bundesweit einmalig und soll nach seinem Abschluss in ein Handlungskonzept münden, das auch andere Träger und Kommunen nutzen können.

(c) Neven DuMont Haus                                                
 


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