18. Juli 2014

„Es gibt nichts Schöneres als eine Wand zu bemalen!“

hier geht es zu den Bildern der Übergabe...

Wie ein riesiger Fels begrenzt die fast 150 qm graue Wand die Außenfläche der Kneipp Kita an einer Seite. Es sind die Rückwände der Häuser, die in der August-Bebel-Straße stehen. Ganz schön bedrückend wirkt der triste Koloss auf Kinder, Erzieherinnen und Eltern. Aber nun ist Schluss mit der Tristesse! Denn in den letzten Tagen verwandelte sich die Wand in ein Meer aus Farben … oder besser sie wurde verwandelt.

Den Kontakt zur Freiraumgalerie stellte eine Mutter aus der Kneipp-Kita her. Sie studierte mit Danilo Halle, einem Mitglied aus dem Team des ehrenamtlichen Projektes, welches sich ursprünglich auf die Fahne geschrieben hat das Stadtviertel Freiimfelde, welches von überdurchschnittlich hoher Leerstandsquote betroffen ist, durch großflächige Wandgestaltung in eine einzigartige Farbkulisse zu verwandeln. 45 Wandgestaltungen realisierten die Künstler mithilfe vieler Sponsoren in den letzten 2 Jahren.

Die Anfrage der Kneipp-Kita, die riesige Wand farbig zu gestalten, reizte die Künstler sehr. Nicht nur wegen der Größe der Wand, vor allem auch wegen der Kinder, die natürlich Feuer und Flamme waren und den Fortschritt der Arbeiten aufgeregt verfolgten.

In Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern und Erzieherinnen entstand das Gestaltungskonzept, welches natürlich die Maßgabe hatte die Lehren des Sebastian Kneipps zu integrieren, denn danach lebt und arbeitet die Kita. Außerdem sollten Fliesen- und Spiegelscherben eingearbeitet werden, wünschten sich Eltern. Diese sammelten mit den Kindern fleißig Scherben, den Rest sponserten Schubert-Bau und Gramer-Fliesen.

Doch zuerst musste eine Hebebühne her. Diese wurde wie sooft, wenn die Künstler der Freiraumgalerie hohe Flächen gestalten, von der Firma Häßler-Lift gesponsert. In diesem Fall musste es ein Kettenlift sein, denn nur dieser kann auf sandigem Untergrund, wie es in der Kneipp-Kita der Fall ist, stabil stehen.

Nach und nach entstand ein Meer mit bunten Fischen aus Fliesen- und Spiegelscherben, ein Zauberwald mit riesigen Bäumen … ganz viel Wasser und Natur eben.

Die Leiterin der Kita „Sebastian Kneipp“, Dana Moeller ist begeistert wie schnell die Künstler ar-beiten. Am meisten schwärmt sie, neben der Farbenpracht vor allem auch von den „Scherben-Fischen“ die zum Teil so tief an der Wand angebracht sind, dass die Kinder sie nicht nur mit den Augen bewundern können, sondern diese auch anfassen dürfen und somit zusätzlich ein hapti-sches Erlebnis haben.

Die Künstler der Freiraumgalerie arbeiten ehrenamtlich. Das Projekt wird zum Teil durch Spen-den und zum Teil durch Auftragsarbeiten finanziert. Damit die Künstler weiterhin graue, triste Wände in unsere Stadt durch ihre Arbeiten verschönern können, benötigen sie mehr Aufträge von Privatpersonen oder Unternehmen und natürlich Spenden. Denn jede bemalte Wand macht die Künstler und die Betrachter glücklicher.
 

  


Experiment DER WOCHE